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Geschichte - Gegenwart - Zukunft
                   
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Kirchengeschichte


   
   
In einem Dorf der Irnau, unweit der "Sonnenbruck", noch im Burgfrieden von Ingolstadt, stand einst eine Kapelle. Schändliche Diebe brachen sie auf und stahlen den aus purem Gold gefertigten Kelch und auch die geweihten Hostien. Weil sie aber ihre Beute nicht gleich mitnehmen konnten, da es schon tagen wollte, verbargen sie sie unter einem Strauch.

Als man anderntags den Frevel entdeckte und nach den Einbrechern suchte, sah man Vögel mit lautem Gekreisch immer um ein und dieselbe Eiche kreisen, in deren Schatten die Staude wucherte. Man schaute dort nach und fand das versteckte Diebesgut. Der Platz kam dadurch in einen sonderbaren Ruf, und bald wurde hier eine neue Kapelle gebaut, die man in Anlehnung an St. Salvator in Bettbrunn "Klein-Salvator" nannte oder "Unseres Herrn Leichnam".

Zu diesem Kirchlein, nach dem nun die ganze Ortschaft "Unsern-Herrn" heißt, kamen, besonders an den Freitagen von Ostern bis Pfingsten, große Wallfahrerscharen. Am dritten Tag der Bittwoche zog auch die Prozession aus der Oberen Pfarr dorthin. Man war schließlich genötigt, das Kirchlein zu vergrößern, so daß eine schöne, geräumige Wallfahrtskirche entstand.

In dem Gotteshaus zeigte man noch in den dreißiger Jahren eine ziemlich große, mit einem Eisengitter überdeckte Öffnung in den Steinfliesen vor dem Hochaltar. Es soll der Platz sein, an dem der Busch stand, hinter dem die Diebe ihre Beute verborgen halten. Auf der Rückseite des Hauptaltars ist in einem vierteiligen Ölbild aus dem 16. Jahrhundert diese ganze wunderbare Begebenheit meisterhaft dargestellt, auch das Ende der Schandbuben, die man bald zu fassen kriegte und denen man schnell das Gericht machte.


   
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