text    
Geschichte - Gegenwart - Zukunft
                   
    Home      Galerie      Zeittafel      Artikel      Kontakt      Gästebuch    
   

Ortsumgehungsstraße Unsernherrn


   
   
> alle Zeitungsartikel zu diesem Thema

Der MdL Hans Joachim Werner (SPD) stellte am Mittwoch, 11. Juli 2001 (siehe auch Zeitungsartikel) im Gasthof "Huberwirt" das Resultat der Machbarkeitsstudie "Ortsumgehungsstraße Unsernherrn" des Münchener Ingenieurbüros Obermeyer vor. Am Mittwoch, 18. Juli 2001 folgte die Präsentation der CSU im Gasthof "Peterwirt" (siehe auch Zeitungsartikel). Im Folgenden werden die Informationen von beiden Veranstaltungen zusammengefasst dargestellt (siehe auch DK-Bericht vom Do, 19. Juli 2001).

In dieser Studie wird zwischen Nordabschnitt (Kreuzung Münchener Straße/Klein-Salvator-Straße) und Südabschnitt unterschieden. Für beide Abschnitte gibt es alternative Lösungsansätze.


Skizze der Trassenvarianten (Quelle: Ingenieurbüro Obermeyer)

Zur Orientierung: Norden ist links; gelbe Linie: Südgrenze von Ingolstadt; Unsernherrn befindet sich unten links, Oberstimm oben rechts; die Sandrach fließt in Bildmitte von unten nach oben; die Sonnenbrücke befindet sich da, wo die gelbe und die grüne Linie aufeinander treffen (Bildmitte halb unten); die Kreuzung von B 13 und B 16 ist rechts zu erkennen.


nach oben

1. Südabschnitt:

Lösung A: (Farbe: pink)

Es ist nötig:
- eine Brücke über die Sandrach (auf Höhe der Sandrachstraße)
- eine Brücke über die B 16 alt
- eine Unterführung der Bahnlinie
- Anbindung an B 13

Berurteilung:
- einfachste Trasse für Ingolstadt
- große Eingriffe in Flurgebiete

geschätzte Kosten:
ca. 20 Mio. DM

Bewertung:
Diese Trasse liegt mit 2,5 km im Manchinger Gebiet und wurde deshalb vom Markt Manching abgelehnt und wird nicht weiter verfolgt



Lösung B: (Farbe: orange)

Es ist nötig:
- eine Brücke über die Sandrach
- eine Brücke über die B 16 alt
- Anbindung an B 13

Beurteilung:
- Zerschneidung möglichen Baugebietes
- große Eingriffe in Flurgebiete
- Umgehung führt durch Barthelmarktgelände

geschätzte Kosten:
ca. 25 Mio. DM

Bewertung:
Da diese Trasse durch das Barthelmarktgelände des Marktes Manching führt wurde diese von Manching abgelehnt und wird nicht weiter verfolgt



Lösung C: (Farbe: blau)

Sie verläuft zunächst parallel zur Bahnlinie Donauwörth

Es ist nötig:
- eine Brücke über die Sandrach
- eine Unterführung der Bahnlinie München/Treuchtlingen (es ist auch die Möglichkeit einer Überführung angedacht, aber das würde zu zu starken Eingriffen in die Natur führen)
- Überführung der B 16 alt

Beurteilung:
- größter Teil der Umgehung auch hier auf Manchinger Gebiet
- andere Anbindung an B 13 wie bei Lösung A und B
- erhebliche Brückenbaumaßnahmen notwendig
- keine Durchfahrt mehr auf der alten B 16 nach Unsernherrn mehr möglich
- erhebliche Höhenunterschiede müssen ausgeglichen werden

geschätzte Kosten:
- bei Unterführung der Bahnlinie: ca. 18 Mio. DM
- bei Überführung der Bahnlinie: ca. 26 Mio. DM

Bewertung:
wurde von Manching abgelehnt und wird nicht weiter verfolgt



Lösung D: (Farbe: rot)

Es ist nötig:
- eine Unterführung der beiden Bahnlinien

Beurteilung:
- Gebiet von Manching wird mittig durchschnitten

geschätzte Kosten:
ca. 16 Mio. DM

Bewertung:
wurde ebenfalls vom Markt Manching abgelehnt, da hier deren Gebiet mittig durchschnitten wird. Der Stadtrat von IN konnte sich jedoch mit dem Markt Manching darauf einigen, dass diese Trassenlösung zumindest in der nächsten Planungsphase weiter verfolgt wird.



Lösung E: (Farbe: grün)

Dies ist die ortsnaheste Lösung

Es ist nötig:
- eine Brücke über die Sandrach
- Unterführung der Bahlinie

Beurteilung:
Die Unterführung der Bahnlinie würde in sehr spitzem Winkel verlaufen, was erhöhte Kosten verursacht

geschätzte Kosten:
ca. 17 Mio. DM

Bewertung:
der Markt Manching hat sich mit dieser Trassenführung einverstanden erklärt.



Lösung F: (Farbe: rot/grün; unten: blau)

Wahrscheinlichste Umgehungstrassen Berurteilung:
Wie Lösung E, nur dass hier der Winkel bei der Unterführung der Bahnlinie nicht so spitz verläuft

geschätzte Kosten:
ca. 15 Mio. DM

Bewertung:
der Markt Manching hat sich auch mit dieser Trassenführung einverstanden erklärt.

















Die favorisierte Lösung ist Trasse F, weil am ortsnahesten zu Unsernherrn gelegen


nach oben

2. Nordabschnitt:

Lösung A:

Beurteilung:
- die Kreuzung Münchener Str./Klein-Salvator-Str. bleibt wie sie ist
- Umgehung taucht nach dieser Kreuzung unter die Bahnlinie Richtung Unterlettenweg ab
- Abbiegung stadteinwärts Richtung Ringsee äußerst problematisch

geschätzte Kosten:
ca. 17 Mio. DM

Bewertung:
nicht praktikabel



Lösung B:

Es ist nötig:
- Unterführung der Kreuzung
- Unterführung der Bahn
- Anbindung an Südabschnitt

Beurteilung:
- günstigste Lösung
- Lärmschutz für Anwohner der Aubürgerstraße nötig

geschätzte Kosten:
ca. 26 Mio. DM

Bewertung:
praktikable Lösung



Lösung C:

Ähnlich wie bei Lösung B, nur würde hier die Unterführung schon weiter nördlich beginnen

Beurteilung:
- sehr teuer
- es müsste eine neue Kreuzung (Knoten) geschaffen werden

geschätzte Kosten:
ca. 27 Mio. DM

Bewertung:
nicht praktikabel


nach oben


Bei den beiden favorisierten Trassenvarianten - Lösung F im Südabschnitt und Lösung B im Nordabschnitt - würden Gesamtkosten in Höhe von 41 Mio. DM entstehen. Diese Kosten sind nur geschätzte Baukosten. Es sind noch keine Grunderwerbskosten darin enthalten. Die Gesamtkosten werden auf ca. 50 Mio. DM geschätzt!

Mit dem Markt Manching wurde vereinbart, dass die Planung zügig weiter geführt wird, so dass eine detaillierte Planung im Laufe des Jahres 2002 vorliegen wird. Planfeststellung könnte dann auch im Jahr 2002 eingeleitet werden. Die Detailplanung den Unterlettenweg betreffend werden bevorzugt behandelt, um den Sorgen der Anwohner Rechnung zu tragen.


nach oben

3. Alternative Trassenvarianten


Folgende alternative Trassenvarianten wurden von der Stadt Ingolstadt zwar angedacht, werden jedoch aus unterschiedlichen Gründen nicht weiter verfolgt:

  • Trassenverlegung weiter nach Osten mit evtl. Anbindung an Südostspange wird abgelehnt weil Trassenführung zu unattraktiv ist und befürchtet wird, dass der stadteinwärtige Verkehr weiterhin durch Unsernherrn fließt.


  • Westumgehung von Unsernherrn ist nicht möglich aufgrund der Problematik "Gustav-Adolf-Str."


  • Untertunnelung von Unsernherrn (ca. 1,5 km langer Tunnel) wird wegen zu hoher Kosten abgelehnt (120 - 140 Mio. DM, Stadtanteil wäre 100 Mio. DM!)

nach oben

4. Finanzierung


Die Finanzierung der Ortsumgehung Unsernherrn stellt das größte Problem dar. Sollte keine Finanzierung durch den Bund erfolgen, müsste die Stadt Ingolstadt die Kosten für die Umgehung selber tragen.

Ziel ist es daher eine Finanzierung durch den Bund zu erlangen. Deshalb sollte die Planung unbeding vorangetrieben und eine Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan erreicht werden. Mit diesem Plan stellt der Bund Mittel für solche Projekte zur Verfügung. In diesem Fall rechnet die Stadt Ingolstadt mit einem Zuschuß in Höhe von ca. 50%.


nach oben

5. Diskussion


In den nachfolgenden Diskussionen wurden folgende Fragen des Publikums gestellt:


Frage:
Ist ein Reduzierung von 25000 Fahrzeugen pro Tag auf 12500 Fahrzeuge/Tag wirklich eine Entlastung? Mit zunehmenden Verkehrsaufkommen wäre in ein paar Jahren derselbe Stand wie heute erreicht. Eine Umgehung kann nur dann sinnvoll sein, wenn es gar keinen Durchgangsverkehr durch Unsernherrn mehr gäbe.

Antwort:
Eine Reduzierung des Durchgangsverkehrs um die Hälfte der Fahrzeuge ist in jedem Fall besser als gar keine Reduzierung. Darüber hinaus wird von der Umgehung eine viel höhere Entlastung erwartet. Es ist nicht davon auszugehen, dass täglich 12500 Fahrzeuge als Ziel den Ort Unsernherrn haben. Außerdem muss die Umgehung so gestaltet werden, dass sie in jedem Fall attraktiver ist, als die Ortsdurchfahrt. Allerdings darf man auch nicht erwarten, dass Durchfahrt von Unsernherrn eine Fußgängerzone wird.


Frage:
Kann man die Ampelschaltung an der Hennbühlstraße so gestalten, wie alle anderen Ampelschaltungen auch, damit der Verkehr stadtauswärts zügiger abfließen kann?

Antwort:
Hier kann Herr Werner keine konkrete Antwort geben, er verspricht aber den Sachverhalt an die entsprechenden Stellen weiterzuleiten.


Frage:
Was ist mit den Häuser am Unterlettenweg, da dort die Umgehungsstraße direkt vorbeiläuft?

Antwort:
Für die Anwohner der Häuser am Unterlettenweg wird eine Lärmschutzmaßnahme notwendig sein. Dass eine Wertminderung dieser Häuser mit dem Bau der Umgehungsstraße einhergeht, lässt sich nicht vermeiden.


Frage:
Wie hoch in % ist die Entlastung durch die Umgehung?

Antwort:
Momentan handelt es sich nur um eine Machbarkeitsstudie, konkrete Zahlen zur Entlastung liegen noch nicht vor.


Frage:
Ist es richtig, dass bei einer Ortsumgehung immer die Gemeinde zahlen muss? Ist dann die Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan überhaupt sinnvoll?

Antwort:
Die Bundesregierung hat ein Zukunftsinvestitionsprogramm bis 2002/2003 erstellt. Darin sind Ortsumgehungen ausdrücklich erwähnt.


Frage:
Wurde über die Möglichkeit der Absiedelung der Anwohner am Unterlettenweg nachgedacht bzw. über eine Verlegung der Umgehung weiter in den Osten?

Antwort:
Diese Möglichkeit wird in der vorliegenden Machbarkeitsstudie nicht erwähnt. Vermutlich kommt es bei dieser Alternative zu stärkeren Eingriffen in die Flur und die Strecke wäre für eine Umgehung zu unattraktiv. Dennoch wird dieses Anliegen weitergeleitet werden.


Frage:
Ist die bestehende Unterführung an der Kreuzung Münchenerstraße/Klein-Salvator-Straße für die Umgehung nicht zu eng?

Antwort:
Die Unterführung wird neu gebaut.


Frage:
Wie lange dauert es bis die Planung fertig ist? Hat es überhaupt einen Sinn sie in das derzeit laufende Investitionsprogramm des Bundes aufzunehmen?

Antwort:
Die Planung bei Ober- Unterhaunstadt hat 10 Jahre gedauert. Es besteht deshalb keine Chance, dass dieses Projekt noch durch das bis Ende 2003 laufende Programm des Bundes realisiert wird. Es ist aber wichtig, dass der Plan fertig erstellt wird, damit man für ein evtl. neues Programm gerüstet ist.



nach oben

   
    Seitenanfang Anmerkungen/Hinweise       Impressum